Pinguin-Auftritt fürs Weddellmeer in Tübingen

Greenpeace fordert die Einrichtung des weltgrößten Meeresschutzgebietes im Südpolarmeer

Themengebiet:
Schützt die Arktis

Tübingen, 10. 06. 2018 – Das Symboltier der Antarktis ist mit Countdown-Uhr in der Stadt, um auf den notwendigen Schutz der antarktischen Gewässer hinzuweisen. Greenpeace-Ehrenamtliche stellen eine 3,50 Meter große Pinguinfigur mit Küken und einem großen Zeitmesser am Holzmarkt auf. Sie wollen informieren und über die Gefährdung des Südpolarmeeres durch Fischerei und Klimawandel diskutieren. “Neben dem Klimawandel ist besonders die Krillfischerei eine Bedrohung für das marine Ökosystem“, erklärt Sprecherin Rahel Schnell. „Durch den fortschreitenden Klimawandel schmelzen die antarktischen Eismassen. Fangschiffe sind dabei, immer tiefer in die südpolaren Gewässer vorzudringen und Pinguinen, Walen und Robben ihre Nahrungsgrundlage wegzufischen“.

Im Herbst bietet sich eine historische Chance für den Meeresschutz im südlichsten Ozean: die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) will dann in Tasmanien über die Schaffung eines Meeresschutzgebiets im antarktischen Weddellmeer abstimmen. Der Vorschlag dazu stammt von der letzten Deutschen Bundesregierung. Mit 1,8 Millionen Quadratkilometern wäre das geforderte Schutzgebiet fünfmal so groß wie Deutschland und damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Greenpeace fordert, dass auch die neue Bundesregierung für den Schutzgebietsvorschlag eintritt und ihn gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchsetzt.

Countdown auch für den Schutz des Klimas

Auch das weltweite Klima würde vom Schutzgebiet im Weddellmeer profitieren. Wie Wälder gehören intakte Meere zu unseren besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel, weil sie atmosphärisches CO2 binden. Besonders die eisigen Gewässer am Nord- und Südpol spielen für das Weltklima eine wichtige Rolle. Das Schutzgebiet im Weddellmeer kann ein wichtiger Impuls für den Schutz weiterer Gebiete auf der Hohen See sein. Rund 30 Prozent der Ozeane sollten nach Ansicht von Wissenschaftler*innen weltweit unter Schutz gestellt werden – das antarktische Schutzgebiet kann dafür ein wichtiger Ausgangspunkt sein. Die große Countdown-Uhr zeigt dabei an, wie lange es noch dauert, bis die Antarktis Kommission ihre wegweisende Entscheidung trifft.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Christoph Kerner, Greenpeace-Gruppe Tübingen, Tel. 015204909081 oder Meeresexperte Thilo Maack, Greenpeace Deutschland, Tel. 0171 8780 841. Fotos vom Aktionstag sind exemplarisch für Berlin und Lübeck verfügbar unter Tel. 0174 1313 323. Eine Bild-Auswahl zur Antarktis-Expedition finden Sie online unter: http://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJX9IE3D