Mahnwache zum Gedenken der Opfer von Fukushima - vier Jahre nach der Katastrophe

Presseerklärung vom 05. März 2015

Themengebiet:
Energiewende

Reutlingen, 11. März 2015 – Am 11. März erinnern die Greenpeace Gruppen Münsingen und Tübingen an den 4. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Die Mahnwache findet zwischen 17 und 20 Uhr um den Brunnen auf dem Reutlinger Marktplatz statt. Es wird mit einer Ausstellung von rund vierzig exemplarischen Atomunfällen aus der ganzen Welt seit Beginn der Nutzung der Atomkraft auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam gemacht und ein Kerzenbild zum Gedenken der Opfer von Fukushima entzündet.

Fukushima 2011 bis heute

Am 11. März 2011 zerstörte ein Erdbeben der Stärke 9 mit gewaltiger Tsunamiwelle große Teile des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi. Es kam zu drei Kernschmelzen. Zehntausende Menschen wurden evakuiert. Aus den beschädigten Reaktoren flossen zehntausend Liter radioaktiv verseuchtes Kühlwasser in den Pazifik.  Heute, vier Jahre später, ist die Region weiterhin unbewohnbar und wird es auch in Zukunft bleiben. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen bei den evakuierten Kindern, dass schwere gesundheitliche Folgen wie z.B. Schilddrüsenkrebs Folge der Katastrophe sind. Über das Grundwasser gelangt nach wie vor Radioaktivität in Flüsse und den Ozean und ist selbst noch auf der anderen Seite des Pazifiks – in den USA – messbar. Vor Ort ist nach wie vor unklar, was mit der radioaktiv verseuchten Erde um das Atomkraftwerk geschehen soll. „Fukushima, Tschernobyl und Dutzende weitere schwere Atomunfälle beweisen, dass Atomkraft technisch nicht beherrschbar und deren Einsatz lebensverachtend ist“, so die Greenpeace Gruppen Münsingen und Tübingen.

Risiken für die Zukunft bleiben bestehen

Die weltweit weiter laufenden Atomkraftwerke bergen unabschätzbare Gefahren. So weisen beispielsweise Atomkraftwerke, wie Belgiens Meiler Doel 3 und Tihange 2, nur 70 Kilometer von Aachen entfernt, besorgniserregende Schäden auf. Im Jahr 2012 wurden Risse im Stahldruckbehälter entdeckt, der den Reaktorkern umgibt, ein Problem, das auch andere und insbesondere die älteren Reaktoren betreffen könnte. „Je älter die Atomkraftwerke werden, umso größer die Gefahren von Materialermüdung“, geben die Gruppen zu bedenken. „Statt sich aber von dieser riskanten Technologie, die übrigens nur 11% der weltweiten Stromproduktion abdeckt, zu verabschieden, sind in und außerhalb Europas neue Atomkraftwerke geplant“.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen per E-Mail unter info@greenpeace.muensingen.de, Kontakt vor Ort: Oliver Bott (Gruppe Münsingen) erreichbar unter 0176/96544085 und Ulrike Beck (Gruppe Tübingen)