Lidl profitiert von Billigfleisch

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor Tübinger Lidl-Filiale für eine bessere Tierhaltung

Themengebiet:
Umwelt & Wirtschaft

Tübingen, 7.  4. 2017 – Für eine transparente Kennzeichnung von Supermarkt-Fleisch demonstrieren Greenpeace-Aktivisten am morgigen Samstag in 51 Städten vor Lidl-Filialen. Mit zwei Meter großen Schweinen aus Pappe stehen die Tübinger Umweltschützer ab 11 Uhr vor Lidl in der Schweickhardstraße 11. „Frag Lidl, wie ich leben muss!“, steht auf den Aufstellern. Die Kunden können per Postkarte ihre eigenen Fragen zur Fleischproduktion direkt an Lidl stellen. „Beim Kauf von Lidl-Fleisch weiß niemand, ob die Tiere leiden mussten, ob Antibiotika eingesetzt wurden oder gentechnisch verändertes Tierfutter im Trog gelandet ist. Das muss Lidl ändern“, sagt Sophie Hartmann, von Greenpeace Tübingen. „Wir fordern von Lidl, mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Discounter soll freiwillig und ehrlich auf den Produkten seiner Eigenmarke Landjunker seine Kunden über die Herkunft und die Haltung der Tiere informieren.“ In Dänemark zeigt der Discounter bereits, dass es besser geht. Dort verkauft Lidl Fleisch von Schweinen,  denen kein Antibiotikum verabreicht wird, die nicht mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden und die ihre Ringelschwänze behalten dürfen.
Greenpeace hat bei allen großen deutschen Supermarktketten nachgefragt, aus welcher Tierhaltung ihr Fleisch stammt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Supermärkte tun zu wenig, um sich von den schwachen gesetzlichen Mindeststandards abzuheben. Diese lassen es zu, die Ringelschwänze der Schweine abzuschneiden und sie ohne ausreichend Tageslicht, ohne Auslauf auf engstem Raum zu halten. Die Vorgaben der vom Einzelhandel ausgerufenen „Initiative Tierwohl“ sind kaum besser als die gesetzlichen Mindeststandards. Auch hier bleibt die Haltung der Tiere nach wie vor mangelhaft. Zudem landet Gentechnik im Futtertrog und den Landwirten werden keine fairen Preise gezahlt.

Lidl und Aldi  sind Preisdumper der Fleischbranche

Mit dem Logo der Initiative werben besonders Lidl und Aldi massiv auf ihrem Fleischangebot. Der Großteil des Fleisches kommt jedoch nicht aus Betrieben der Initiative, sondern aus umweltschädlicher Massentierhaltung. „Der gesamte Einzelhandel redet sich mit seiner ‚Initiative Tierwohl‘ aus der Verantwortung heraus. Das grenzt an Verbrauchertäuschung“, sagt Sophie Hartmann. Die Supermärkte – vor allem die Discounter – drücken die Preise für Fleisch. Sie locken die Kunden mit Angeboten in den Laden, ohne transparent zu machen, welche Folgen die billigen Preise für Tiere und Umwelt haben. „Wir fordern von Lidl, kein Billigfleisch mehr zu verkaufen. Der Discounter muss erklären, wie er die Haltung seiner Tiere verbessern wird“, sagt Sophie Hartmann.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Sophie Hartmann, Tel.  0157 54105213. Fotos erhalten Sie unter Tel. 0177-7454 642.
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Pressetexte

  • PDF icon Schweinefleisch Siegel-RatgeberPDF |580.75 KBFür Fleisch gibt es viele verschiedene Siegel. Doch wieviel Tierschutz verbirgt sich dahinter? Greenpeace hat Gütesiegel für Schweinefleisch unter die Lupe genommen. Fazit: Die wenigsten Siegel verraten dem Verbraucher, wie die Tiere für das Schnitzel oder den Braten gehalten wurden.

    PDF icon Gute Gründe, weniger Fleisch zu essenPDF |1.21 MBGreenpeace fordert: Bessere Haltungsbedingungen für Tiere, z.B. mehr Platz und Auslauf Keine nicht-kurativen Eingriffe wie Schwänze kupieren, Schnäbel kürzen und betäubungslose Kastration Verpflichtende Haltungskennzeichnung für Fleisch ähnlich der frischer Schaleneier Reduktion des Antibiotika-Einsatzes und keine sogenannten Reserve-Antibiotika in der Nutztierhaltung Faire Preise für die Erzeuger