Klima- oder Kohlekanzlerin? Entscheiden Sie sich, Frau Merkel

Greenpeace-Aktivisten gehen in über 60 Städten für Klimaschutz auf die Straßen

Themengebiet:
Energiewende

Tübingen, 30.05. 2015 – Für mehr Einsatz der Bundeskanzlerin zum Schutz des Klimas gehen deutschlandweit Greenpeace-Aktivisten am morgigen Samstag, den 30. Mai, in 62 Städten auf die Straße. Auch in Tübingen fordern die Umweltschützer an der Krummen Brücke von 15 Uhr bis 16.30 Uhr von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihren internationalen Versprechungen endlich national Taten folgen zu lassen und einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft anzukündigen. Auf einem Banner fragen sie: „Klima- oder Kohlekanzlerin?“. „Die Kanzlerin findet große Worte auf der internationalen Klima-Bühne. Wenn es jedoch um Entscheidungen im eigenen Land geht, sieht sie stillschweigend zu, wie die Kohlelobby den Klimaschutz sabotiert“, sagt Ulrike Beck, Sprecherin von Greenpeace Tübingen.


Deutschland wird sein Klimaziel im Jahr 2020 nur erreichen können, wenn die Kohleverstromung deutlich reduziert wird. Doch um die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagene Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke ist Streit entbrannt. Kohlekonzerne, Gewerkschaften und der Wirtschaftsflügel der CDU blockieren die notwendige Drosselung der Klimakiller. Unter dem massiven Druck scheint sich Gabriel nun der Kohlelobby zu beugen. Sein neuer Vorschlag: Der Kraftwerksbereich soll nur noch 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen statt der ursprünglich vorgesehen 22 Millionen Tonnen. So verfehlt die Bundesregierung jedoch ihr Klimaziel und blamiert sich beim kommenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau. Anfang Juni beraten dort die sieben größten Industriestaaten über Klimaschutz. Das Ergebnis gilt als wichtiges Signal für den Weltklimagipfel Ende 2015 in Paris.

36 Kohlekraftwerke können sofort abgeschaltet werden

Deutschland benötigt einen Großteil der schmutzigen Kohlekraftwerke gar nicht mehr für eine gesicherte Energieversorgung, wie Greenpeace kürzlich mit einer Studie belegte ( http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/sauberer-p... ). Durch den stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten die 36 ältesten Kohlemeiler sofort vom Netz gehen. „Es zeigt sich immer klarer, dass der Bundeskanzlerin die Profitinteressen einzelner Energiekonzerne wichtiger sind als der Klimaschutz“, sagt Beck. Ihren Wirtschaftsminister Gabriel läßt Merkel seit Wochen im Regen stehen. „Merkel muss erklären, wie sie in Deutschland CO2 einsparen will, nur so hat sie als Gastgeberin die Chance, den G7-Gipfel zu einem internationalen Erfolg für das Klima zu führen“, sagt Ulrike Beck.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ulrike Beck, mobil erreichbar unter: 0151/567 141 48, e-mail:  info@tuebingen.greenpeace.de.

Pressetexte

  • PDF icon Braunkohle: Ein schmutziges GeschäftPDF |6.1 MBEin Weltmeistertitel, auf den niemand stolz sein kann: Kein Land produziert mehr schmutzigen Braunkohlestrom als Deutschland. Ausgerechnet das Mutterland der Energiewende lässt bis heute mehr Kohle aus dem Boden fräsen als jedes andere Land der Welt. Für die Natur ist das eine Tragödie, für unsere Gesundheit eine Gefahr. Denn Kohle ist giftig – für das Klima, aber auch für den Menschen. Doch während die Politik den dringend nötigen Kohleausstieg verschleppt, verbrennen Kohlekonzerne weiter Millionen Tonnen schädliche Braunkohle.

    PDF icon Gift aus dem Schlot: Wie Quecksilber aus Kohlekraftwerken unsere Gesundheit schädigtPDF |1.51 MBNoch immer stammt die Hälfte des deutschen Stroms aus schmutzigen Kohlekraftwerken. Und noch immer prägt die Braunkohle im Ruhrgebiet und in der Lausitz ganze Landstriche. Für das Klima ist das eine Katastrophe, für die Umwelt ein Desaster – und für den Menschen eine Gefahr. Denn Kohlekraftwerke stoßen große Mengen Schadstoffe wie Quecksilber aus. Aus den Schloten gelangen diese in die Umwelt, vergiften Wasser, Böden, Tiere und am Ende auch uns Menschen.