Greenpeace-Tübingen fordert: Adidas muss Textilproduktion entgiften

Umweltschützer protestieren bundesweit in 35 Städten

Themengebiet:
Umwelt & Wirtschaft

Presseerklärung vom 24. Januar 2014

Metzingen/Tübingen, 25. 01. 2014 – Gegen den Einsatz von giftigen Chemikalien in der Textilproduktion protestieren heute Aktivisten von Greenpeace Tübingen von 10.30 Uhr bis 14 Uhr in der Reutlinger Straße in Metzingen vor dem Adidas Store. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Protestaktion in 35 Städten. Die Passanten sind eingeladen, fünf Meter breite und ein Meter hohe dreidimensionale Protest-Schriftzüge zu bemalen und beschriften und eine giftfreie Textilproduktion zu fordern. Anschließend überreichen die Greenpeace-Aktivisten das Logo der Filialleitung. „Adidas verwendet für die Textilherstellung in China und Indonesien nach wie vor teilweise hormonell wirksame oder krebserzeugende Substanzen, die sich bereits rund um den Globus wiederfinden. Diese per- und polyfluorierten Chemikalien haben in der Textilproduktion nichts zu suchen“, sagt Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen.

In dem von Greenpeace in der vergangenen Woche veröffentlichten Test von Kinderkleidung ( gpurl.de/kleinemonster ) hat auch Adidas schlecht abgeschnitten: In einem Mädchen-Badeanzug aus China fand sich eine hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA). In Kinderschuhen aus Indonesien fand Greenpeace Rückstände von Perfluoroctansulfonat (PFOS). Beide Schadstoffe gehören zur Gruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien PFC.

Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Aber vor allem in den Herstellungsländern reichern sich die verwendeten Chemikalien in der Umwelt an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. PFC sind extrem langlebig, können Immunsystem sowie Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Krebs führen. PFC finden sich bereits in der Arktis und Antarktis.

Von billig bis teuer: Auch Luxusmarken sind mit Schadstoffen belastet

Die Aktion in Deutschland ist Teil eines internationalen Protests. In China und weiteren Ländern in Asien, Europa und Südamerika protestieren Greenpeace-Aktivisten an diesem Wochenende vor Modeläden und fordern eine saubere Textilproduktion. Auch Burberry hat in dem Greenpeace-Test schlecht abgeschnitten. „Luxusmarken wie Burberry müssen schleunigst entgiften und sich der Greenpeace Detox-Kampagne für saubere Kleidung anschließen“, fordert Beck. Die getestete Burberry-Kleidung enthält bspw. Nonylphenolethoxylate (NPE), die im Abwasser zu giftigen Nonylphenolen umgewandelt werden.

Mit der Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. 18 führende Bekleidungsketten wie Mango, Levi’s, Zara und H&M haben die Detox-Verpflichtung von Greenpeace bereits unterschrieben und zugesagt, diese bis zum Jahr 2020 umzusetzen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Beck, Tel. 0176/62345827.