Greenpeace-Protest in Tübingen: Shell will Nordsee als Müllkippe missbrauchen

Protest-Aktion in 24 Städten gegen Shells zerstörerische Pläne in der Nordsee

Themengebiet:
Meere

Tübingen,  29. 8. 2020 – Gegen die Pläne des Ölkonzerns Shell, Teile von drei alten Öl-Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten zu lassen, protestieren Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten heute von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr in Kusterdingen vor der Shell-Tankstelle in der Kusterdingerstraße 2. Mit Plakaten mit der Aufschrift „Shell zerstört Klima und Meere!" sowie Flyern informieren sie insbesondere Autofahrerinnen und Autofahrer über Shells zerstörerische Pläne. Dabei werden sie gebeten, eine Protestpostkarte an Shell zu unterzeichnen und sich so gemeinsam mit Greenpeace für den Schutz der Meere sowie ein rasches Ende der fossilen Brennstoffindustrie einzusetzen. „Shell befeuert die Klimakrise und bedroht unsere Meere, das muss endlich aufhören!“, fordert Ulrike Beck, Sprecherin von Greenpeace Tübingen. „Wenn Ölkonzerne wie Shell eine Zukunft haben wollen, müssen sie sich komplett auf Erneuerbare Energien umstellen. Die Nordsee muss vor der skrupellosen Öl- und Gasindustrie geschützt werden.“

Bereits am Mittwoch dieser Woche protestierten Umweltschützerinnen und Umweltschützer an Bord der Esperanza im Brent-Ölfeld sowie in Köln, als Standort der Shell Rheinland Raffinerie, gegen die Pläne, das Meer zu verschmutzen. Nach Angaben von Shell plant der Konzern, die Reste von vier Plattformen mit insgesamt rund 640.000 Kubikmeter ölhaltigem Wasser sowie etwa 40.000 Kubikmeter ölhaltigem Sediment mit einem Anteil von mehr als 11.000 Tonnen Öl im Meer zurückzulassen [https://bit.ly/3aR5bwh, S. 425 und 430].

25 Jahre nach “Brent Spar“-Kampagne: Shell bedroht Klima und Meere

Die britische Regierung ist gewillt, Shells Pläne zu genehmigen. Am 18.10.2019 trafen sich in London die Mitgliedsstaaten der OSPAR-Kommission (Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks) und berieten über die Pläne von Shell. Eine Zustimmung würde einen Präzedenzfall für andere Ölkonzerne schaffen. Die deutsche Regierung legte einen offiziellen Widerspruch gegen diese Pläne ein. Auch die EU-Kommission, Schweden, Belgien, Dänemark und die Niederlande sprachen sich gegen den Verbleib von 11.000 Tonnen Öl im Meer aus. Eine Entscheidung wurde vertagt und steht immer noch aus.

Greenpeace protestierte bereits 1995 im Brent-Ölfeld, als Shell plante, die Öltank- und Verladeplattform “Brent Spar“ in den Nordost-Atlantik zu ziehen und dort zu versenken. Damals besetzten die Umweltschützer die “Brent Spar“. Der Protest erregte viel Aufmerksamkeit und sorgte dafür, dass Shell die „Brent Spar“ umweltverträglich an Land entsorgte und die OSPAR-Staaten die Versenkung von Ölplattformen verboten. Beck warnt: „Shell hat seit einem Vierteljahrhundert nichts dazugelernt und will immer noch Abfall im Meer entsorgen. Das Meer ist keine Müllkippe.“

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Beck unter 0176/ 211 789 37
Fotomaterial erhalten Sie von Wolfram Kastl, Tel.0171-3150945 und online unter https://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJLGWC4F