Greenpeace-Aktivisten kennzeichnen in Lidl-Filialen Geflügel-Fleisch

Greenpeace-Aktivisten kennzeichnen in Lidl-Filialen Geflügel-Fleisch - Billigfleisch bald mit genmanipuliertem Tierfutter

Themengebiet:
Landwirtschaft

Presseerklärung vom 29. März 2014

Tübingen, 29. 3. 2014 –Greenpeace-Aktivisten kennzeichnen heute in der Lidl-Filiale in der Schweickhardtstraße 11 in Tübingen Geflügel-Produkte und Eier mit dem Aufkleber: „Achtung! Bald mit Gen-Futter?“ Zudem weisen Aufkleber in Form einer Hühnerkralle auf dem Supermarkt-Boden den Weg zu den Produkten. Mit dieser Aktion machen die Aktivisten darauf aufmerksam, dass Geflügel ab sofort wieder mit Gen-Soja gefüttert wird. „Lidl kritisiert die Billigfleischpolitik seines Konkurrenten Aldi, stellt sich dann aber nicht der Verantwortung. Lidl muss jetzt klarstellen, dass der Discounter auch zukünftig nur Geflügel und Eier ohne Gentechnik im Tierfutter verkaufen wird“, sagt Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen.

Vor dem Supermarkt haben die Aktivisten ein 2 mal 1,20 Meter großes Plakat in Form eines Lidl–Werbeflyers aufgestellt, um Verbraucher und Verbraucherinnen zu informieren. Die Kunden können eine Protestpostkarte direkt im Markt abgeben. Greenpeace fordert von Lidl, auf Gen-Futter bei den Eigenmarken zu verzichten und diese Produkte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ zu bewerben, um so den Anbau von riskanter Gen-Soja nicht zu fördern. In 35 Städten, unter anderem in Bremen, Leipzig und Tübingen, protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen Gentechnik in Lebensmitteln.

Industrielle Landwirtschaft belastet Umwelt und Natur

Im Vergleich zur Vorsaison gibt es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja (Abrange) zehn Prozent mehr gentechnikfreie Soja. Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hingegen behauptet, dass gentechnikfreie Futtermittel nicht ausreichend verfügbar seien. Aus diesem Grund kündigten die Geflügelproduzenten Mitte Februar an, nach 14 Jahren wieder Gen-Soja verfüttern zu wollen. „Ein gentechnikfrei gefüttertes Huhn kostet nur drei bis acht Cent mehr. Statt etwas für Umwelt, Tier und Mensch zu tun, setzen die Discounter auf unverantwortliche Billigproduktion“, sagt Beck.

Greenpeace hat am Donnerstag veröffentlicht, wie sich der deutsche Einzelhandel zum Einsatz von Gen-Futter positioniert. Das Ergebnis: Ein Großteil des Handels will die Mehrkosten für bessere produziertes Geflügelfleisch und Eier nicht bezahlen. Aldi und Lidl führen dabei den Preiskrieg um das Billighuhn an. Allein Rewe und tegut garantieren, auch weiterhin auf die riskante Gentechnik zu verzichten.

Greenpeace steht für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Gentechnik auf dem Acker führt zu mehr Gifteinsatz und bedroht die Artenvielfalt.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen und Fotos wenden Sie sich bitte an Ulrike Beck, mobil erreichbar unter: 0176/623 458 27, e-mail: info@tuebingen.greenpeace.de.