Gentechnik im Tierfutter bei Geflügelfleisch von Aldi-Süd

Greenpeace-Aktivisten informieren vor Aldi-Süd-Markt über Einsatz von Gen-Pflanzen

Themengebiet:
Landwirtschaft

Presseerklärung vom 9. Juli 2014:

Tübingen, 11.07. bzw. 12.07.2014 – Tübinger Greenpeace-Aktivisten informieren am Freitag, 11.07.2014 von 18.30 bis 20 Uhr und am Samstag, 12.07.14 von 11 Uhr bis 13 Uhr vor dem Parkplatz von Aldi-Süd, Wohlboldstraße 3. 72072 Tübingen mit Plakat und Flyern über den Einsatz von Gentechnik bei Geflügelfleisch und Eiern von Aldi-Süd. Mit dieser Aktion protestieren die Aktivisten dagegen, dass Geflügel und Legehennen von Aldi-Süd ab sofort wieder mit Gen-Soja gefüttert werden und so bei den Verbrauchern auf dem Tisch landen können.

„Den Verbrauchern wird Gentechnik indirekt und unbemerkt über Eier, Fleisch und Milch ins Essen geschummelt, ohne dass die Produkte gekennzeichnet sind“, so Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen. Greenpeace fordert von Aldi-Süd, auf Gen-Futter bei den Eigenmarken zu verzichten und diese Produkte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ zu bewerben, um so den Anbau von riskanter Gen-Soja nicht zu fördern. Die Kunden können selber aktiv werden und eine Protestpostkarte unterschreiben und direkt im Markt abgeben.

Tegut und Rewe machen es vor: Die beiden Handelsketten haben im Rahmen einer aktuellen Greenpeace-Abfrage zugesichert, beim Geflügelsortiment der Eigenmarken und bei Eiern weiterhin Gentechnikfreiheit zu garantieren. Rewe kennzeichnet ihre Frischhähnchen-Eigenmarken mit dem Pro-Planet-Label und dem Hinweis „Ohne Gentechnik“. Tegut nutzt das „Ohne Gentechnik“-Siegel bei Eiern und führt die Kennzeichnung für Frischgeflügel in Kürze ein. Aldi-Süd macht dagegen bei Geflügel und Eiern keinerlei Zusagen.

Kennzeichnungspflicht für Gentechnik gefordert

Die Verbraucher wollen keine Gentechnik in ihrem Essen und sind auch bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag von Greenpeace im April 2014 erstellt hat. Fast alle Befragten, 93 Prozent, sind der Meinung, dass Geflügelfleisch und Eier gekennzeichnet werden sollten, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Die große Mehrheit der Befragten ist nach eigenen Angaben auch bereit, mehr Geld für Geflügel und Eier auszugeben, wenn die Lebensmittel ohne Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden. 80 Prozent würden mehr als zehn Cent zusätzlich für ein gentechnikfreies Hähnchen ausgeben. 85 Prozent der Befragten würden mehr als einen Cent mehr für ein Ei ausgeben, wenn dieses ohne Gentechnik produziert wird. Mit diesen Mehrkosten, die die Verbraucher tragen würden, ist eine gentechnikfreie Produktion problemlos möglich. „Die Wünsche der Verbraucher sind eindeutig und werden vom Handel schlichtweg ignoriert. Aldi, Lidl und Co müssen jetzt handeln und ihre Produkte frei von Gentechnik halten“, sagt Beck von Greenpeace Tübingen.

Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft hatte im Februar angekündigt, genmanipuliertes Soja zur Fütterung von Hühnern einzusetzen. Angeblich stünde nicht mehr ausreichend gentechnikfreie Soja zur Verfügung. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Im Vergleich zur Vorsaison gibt es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja (Abrange) zehn Prozent mehr gentechnikfreie Soja.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen und Fotos wenden Sie sich bitte an Ulrike Beck, mobil erreichbar unter: 0176/623 458 27, e-mail: info@tuebingen.greenpeace.de. Die komplette Umfrage finden Sie hier: gpurl.de/genfutter