Ein Super-Gau lässt sich nicht einfach aufräumen

Aktivisten erinnern an Reaktorkatastrophe Japan vom 11. März 2011

Themengebiet:
Energiewende

 Presseerklärung vom 8. März 2016

Tübingen, 10. 3. 2016 –  Tübinger Greenpeace-Aktivisten erinnern am Donnerstag, den 10. März von 19 bis 21 Uhr auf dem Holzmarkt in Tübingen an den katastrophalen Atomunfall im japanischen Fukushima vor fünf Jahren. Die Umweltschützer mahnen mit einem Kerzenzeichen aus 300 Windlichtern und einem 4 m  hohen leuchtenden X die Folgen einer, von den Verantwortlichen für undenkbar gehaltenen Katastrophe von der noch viele Generationen betroffen sein werden, an.
Die Aktion ist auch ein Appell an die japanische Regierung, die Bevölkerung nicht weiter dem atomaren Risiko auszusetzen und alle Reaktoren endgültig abzuschalten. „Die Folgen von Fukushima werden noch Jahrhunderte andauern“, sagt Ulrike Beck, Sprecherin von Greenpeace Tübingen. „Hunderttausende Menschen sind betroffen, weite Regionen an der Ostküste Japans bleiben radioaktiv belastet. Die Abe-Regierung täuscht vor, alles unter Kontrolle zu haben. Doch das ist eine Farce und eine Missachtung der Opfer.“


Greenpeace- Report: Umweltfolgen von Fukushima werden Jahrhunderte andauernd nachweisbar
In einem aktuellen Report informiert Greenpeace über die gravierenden Umweltfolgen der Atomkatastrophe. Danach setzte der Super-GAU weiträumig langlebige radioaktive Elemente frei - wie Cäsium 137 und geringe Mengen Strontium 90 - die von Pflanzen und Tieren aufgenommen wurden. Durch Schneeschmelzen, Wind und Regen breitet sich die Kontamination aus der Vegetation in den Wäldern, im Süßwasser und in den Küstenökosystemen aus. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar: Viele Bäume weisen Cäsium-Kontaminationen auf. Wissenschaftler fanden Mutationen sowohl in japanischen Tannen und Zedern, im Gras und in Schmetterlingspopulationen, DNA-geschädigte Würmer, Cäsium-Belastung in Süßwasserfischen, verminderte Fruchtbarkeit von Schwalben und radioaktive Kontamination eines der wichtigsten Ökosysteme – den Flussmündungen.

Während nur 20 Prozent des radioaktiven Fallouts aus den explodierten Reaktoren auf die Landmasse niederging, ist die Verschmutzung enorm und weit verbreitet. Mehr als neun Millionen Kubikmeter Atommüll lagert derzeit an einigen tausend Standorten in der Region Fukushima. Gereinigt wurden bewohnte Gebiete und schmale Streifen entlang der Straßen und der Waldränder. „Von den Bergen wird die Radioaktivität zurückkehren“, sagt Beck. „Ein Super-GAU lässt sich nicht einfach wieder aufräumen.“

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ulrike Beck, mobil erreichbar unter der Telefonnummer: 0151/56714148 e-mail: info@tuebingen.greenpeace.de.
Report: http://www.greenpeace.de/fukushima_RR
Zusammenfassung: http://gpurl.de/s7qGS