Bundesweiter Greenpeace-Protest gegen Europas größtes Klimaverbrechen

Umweltschützer gehen auch in Tübingen gegen Braunkohle-Tagebau auf die Straße

Themengebiet:
Energiewende

Presseerklärung vom 13. Juni 2014

Tübingen, 13. 6. 2014 – Gegen die zerstörerischen Braunkohle-Pläne der ostdeutschen Bundesländer Brandenburg und Sachsen demonstrieren am morgigen Samstag Greenpeace-Aktivisten in Tübingen und weiteren 35 Städten bundesweit. Die Umweltschützer stehen mit einem Informationsstand ab 11 Uhr am Nonnenhaus. Sie rufen dazu auf, sich an der ersten internationalen Anti-Kohle-Kette am 23. August zu beteiligen. Diese soll vom polnischen Dorf Grabice über die Neiße bis nach Kerkwitz in Brandenburg reichen. Beide Orte drohen weiteren geplanten Tagebauen zum Opfer zu fallen. Interessenten werden über die Thematik und Anreisemöglichkeiten informiert. Außerdem können sie ein Protest-Banner unterschreiben, dass mit zur Menschenkette kommt. „Braunkohle und Klimaschutz passen so gut zusammen wie Brennspiritus und die Feuerwehr. Wer etwas gegen den Kohle-Wahnsinn der Politik tun will, kommt am 23. August zur Anti-Kohle-Kette in die Lausitz“, sagt Ulrike Beck, Sprecherin der Greenpeace-Gruppe Tübingen.

In der Lausitz spielt sich eines der größten Umweltverbrechen Europas ab. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall plant hier weitere gigantische Braunkohlegruben. Gerade erst hat die SPD/Linke-Koalition in Brandenburg sich für den neuen Tagebau Welzow-Süd II entschieden. Alleine die Verbrennung der Braunkohle, die hier ab dem Jahr 2026 abgebaggert werden soll, würde 200 Millionen Tonnen des Klimakillers CO2 freisetzen – vier Mal so viel wie ganz Schweden im Jahr ausstößt. Noch größere Tagebaue sind in der Region in Planung. Zum Beispiel in der benachbarten polnischen Provinz Gubin-Brody. Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. Für die gleiche Menge Strom erzeugt ein Braunkohlekraftwerk in etwa drei Mal so viel CO2 wie ein modernes Gaskraftwerk.

Tagebau Welzow-Süd II muss gestoppt werden

Die Klimawissenschaft ist in ihrer Analyse deutlich: Fossile Brennstoffe wie Kohle müssen im Boden bleiben, wenn die katastrophalen Folgen des Klimawandels verhindert werden sollen. „Die Entscheidung von Brandenburgs rot-roter-Landesregierung gleicht einem klimapolitischen Amoklauf. Wenn Deutschland eine Chance wahren will, seine eigenen Klimaziele zu erreichen, darf es keine weiteren Tagebaue geben“, so Beck. Greenpeace fordert den langfristigen Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 und aus der Kohle insgesamt bis zum Jahr 2040.

120.000 Menschen haben sich im vergangenen Jahr schriftlich gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II ausgesprochen. Ein Bündnis aus lokalen Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbänden will diesem wachsenden Widerstand aus der Region und aus ganz Deutschland am 23. August mit der Menschenkette eine Stimme verleihen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Beck, Tel.: 0176/62345827.
Infos zur Menschenkette: www.humanchain.org
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