TÜBINGER HOLZMARKT STRAHLT

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28.11.2014, immer noch kein Endlager in Sicht - der Tübinger Holzmarkt muss herhalten.

Wie kann man auf das fehlende Atomkraft-Endlager aufmerksam machen, ohne den Moralapostel zu spielen? Ganz einfach: Mit ein bisschen Straßenkreide. Darum stellten wir, die Tübinger JAG, „radioaktive“ Tonnen auf den Holzmarkt und verdeutlichten deren Strahlung mit gelber Kreide. Drei Stunden lang breitete sich Stein für Stein die bemalte Fläche um die Tonnen aus, bis wir am Ende eine beträchtliche Fläche „verstrahlt“ hatten. Ob aus Angst vor Verstrahlung oder vor Zerstörung unseres „Kunstwerks“ - die meisten Passanten versuchten so lange wie möglich der bemalten Fläche auszuweichen, was sich gegen Ende hin, die Straße war nun in ihrer ganzen Breite gelb, als schwierig (und lustig anzusehen) erwies.

Und unser Plan ging auf: Kinder wurden neidisch und fragten ihre Eltern, wieso da jemand Straßenkreide malt. Vorbeigehende Menschen diskutierten mit uns über die ernste Angelegenheit der Atomkraft und des Endlagers. Viele hatten zwar recht veraltete Vorstellungen, trotzdem überwogen die positiven Rückmeldungen. Nur eine Taube hatte es nicht ganz kapiert und versuchte, die Kreide zu essen. Mit greenpeacerischem Reflex wurde sie natürlich gerettet. Und auch, wenn sich jemand leise tuschelnd bei seinem Partner beschwerte: „Einfach im Weg herumsitzen und malen!“, freuten wir uns heimlich. Denn genau das war es ja, was wir erreichen wollten: Dass die Menschen aufschauen und sich mit der Energiewende auseinandersetzen. Dafür benötigt man nicht immer dicke Flyer oder lange Reden. Manchmal genügt auch gelbe Straßenmalkreide.

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