Shell stoppt Arktis-Ölbohrungen

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Was für eine großartige Nachricht! Und was für ein großer Tag für die Arktis!

Wie der Ölkonzern heute bekannt gab, zieht er seine Bohrflotte auf absehbare Zeit aus der arktischen Tschuktschensee ab. Seit Wochen erkundet Shell vor der Küste Alaskas mögliche Ölvorkommen.

Die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel sind laut Shell finanzieller Natur: Die Kosten seien schlicht zu hoch bei zu geringen Erfolgsaussichten, so lautet die Erkenntnis aus den Probebohrungen. Außerdem gäbe es seitens der US-Regierung unklare Umweltauflagen: http://www.shell.com/global/aboutshell/investor/news-and-library/2015/shell-updates-on-alaska-exploration.html

Die öffentliche Meinung dürfte aber auch ihre Rolle gespielt haben, das kontroverse, pannengeplagte Projekt endlich einzustampfen. Seit dem Bekanntwerden der Pläne sah sich Shell erheblichem Gegenwind ausgesetzt. Greenpeace protestiert seit Jahren weltweit mit zahlreichen Aktionen gegen die gefährlichen Ölbohrungen.

Die vielen positiven Reaktionen der Autofahrer und Passanten, die wir in den letzten zwei Monaten bei unseren wöchentlichen Protesten an der Shell-Tankstelle in Kirchentellinsfurt erfahren haben, waren auch hier ein klares Statement an den Konzern.

Weltweit unterstützen bereits rund siebeneinhalb Millionen Menschen die Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis und haben eine entsprechende Petition unterschrieben.

Shells Rückzug ist ein deutliches Signal an alle anderen Ölkonzerne, die Finger von der Arktis zu lassen. Ölbohrungen in der Arktis sind nicht nur klimapolitisch unverantwortlich, sondern auch wirtschaftlich untragbar.

Und es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem internationalen Schutzgebiet rund um den Nordpol. Denn noch wecken die Bodenschätze der Arktis Begehrlichkeiten – selbst wenn Shell sich bereits die Finger daran verbrannt hat. Und die gilt es auch weiterhin im Auge zu behalten.
 

 

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