Shell: Hände weg von der Arktis

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Heute waren wir vor der Shell-Tankstelle in Kirchentellinsfurt und forderten mit unserem kleinen gelben Handbanner:“ Shell: Hände weg von der Arktis!“

Es sind klare Worte und sie haben einen ernsten Hintergrund: Shells Bohrflotte ist vor wenigen Tagen in der Tschuktschensee vor der Küste Alaskas angekommen, und hat mit den ersten vorbereitenden Oberflächenbohrungen angefangen. Sie suchen nach Öl.

Die Katastrophe ist programmiert. Eine Risikoabschätzung der US-Behörde „Bureau of Ocean Energy Management“ warnt vor einer unverantwortlichen Gefahr für den arktischen Lebensraum, sollte Shell Öl finden: Die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall läge während des Förderzeitraums bei 75 Prozent.

Es ist ein verheerendes Zeichen für das gesamte Vorhaben, dass die erste Panne nicht lange auf sich warten ließ. Bevor Shells Flotte überhaupt an der Bohrstelle ankam, zwang ein rund ein Meter langer Riss im Rumpf des Eisbrechers Fennica diesen zur Umkehr. Der Eisbrecher Fennica hat aber als einziges Schiff der Shell-Flotte eine Vorrichtung zum Verschluss eines Öllecks an Bord, die unverzichtbarer Bestandteil der Notfallausrüstung ist. Mittlerweile ist die Fennica nach Reparaturarbeiten ebenfalls auf dem Weg zur Bohrstelle.

Mit dem Leck setzt sich Shells Pannenserie von 2012 fort. Beim damaligen ersten Versuch, Öl zu finden, kam es zu mehreren schweren Zwischenfällen vor der Küste Alaskas. Unter anderem lief die „Kulluk“-Bohrplattform während eines Sturms auf Grund; auch das Bohrschiff „Noble Discoverer“ wäre fast havariert. All diese Vorfälle zeigen, wie unverantwortlich Shell in der Arktis handelt. Wenn Shell so weiter macht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer riesigen Ölkatastrophe in der Arktis kommt.

Die schwierigen Bedingungen vor Ort würden im Falle eines Unfalls auch die Aufräumarbeiten extrem erschweren: Sollte es zu einem Austritt von Öl kommen, gibt es keine wirksame Methode, es aus den eisbedeckten Gewässern wieder zu entfernen. Die harsche Witterung und die Entlegenheit der Region tun ihr Übriges. Der Shell-Konzern stürzt sich unvorbereitet in ein riskantes Bohrvorhaben: Seine vorgesehene Notfallausrüstung für Ölunfälle wurde noch nie unter arktischen Bedingungen getestet.

Deshalb fordert Greenpeace: Shell: Hände weg von der Arktis!

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  • PDF icon Shell in der Arktis: Wie der Öl-Konzern die Arktis bedrohtSHELL IN DER ARKTIS: WIE DER ÖL-KONZERN DIE ARKTIS BEDROHT |594.8 KBDer internationale Ölkonzern Royal Dutch Shell will in einer der letzten unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren. Nach einer beispiellosen Pannenserie im Jahr 2012 will Shell im Sommer 2015 trotz massiver Bedenken und internationaler Proteste in die Arktis zurückkehren.

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