Protest bei McDonald´s Tübingen

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Was hat denn ein Hähnchen-Stinkefinger mit McDonald´s zu tun? Das dürfte sich manch ein Kunde von McDonald´s, auch manch Autofahrer oder Passant gefragt haben, der am Dienstagabend auf den Parkplatz der McDonalds Filialle in der Reutlinger Straße in Tübingen gefahren oder daran vorbeigekommen ist.
Denn dort standen wir Tübinger Greenpeacer für gut 1 1/2 Stunden mit auffälligen großen, roten Plakaten auf der eine aufgedruckten Hühnerkralle in der eindeutigen Pose zu sehen war. Außerdem sprühten wir mit Sprühkreide eben diesen Hähnchen-Stinkefinger und den Schriftzug „Billighuhn mit Gen-Futter“ auf den Gehweg vor der Filiale. Damit protestierten wir gegen das bei McDonald´s verwendete Billigfleisch und forderten von dem Konzern „Stoppt genmanipuliertes Futter!“ und „Stoppt Massentierhaltung".

In Deutschland beliefert der zweitgrößte Geflügelproduzent Rothkötter McDonald‘s mit Hähnchenfleisch. Aktuelles Fotomaterial aus den Ställen belegt die miserable Haltung der Tiere. Greenpeace konnte außerdem in fünf Proben des Hähnchenfutters bis zu 100 Prozent Gentechnik nachweisen. McDonald‘s behauptet, Gentechnik in der Produktion sei „gängige Praxis am Markt“. Dabei haben Rewe, Edeka, Aldi und Lidl Gen-Soja in der Hähnchenmast aufgegeben. Der größte Geflügelproduzent Wiesenhof hat ebenfalls die Gentechnik aus dem Futtertrog verbannt.

Die Produktion von Billigfleisch wirft nicht nur ethische Fragen nach dem richtigen Umgang mit Tieren auf, sondern hat auch gefährliche Folgen für Mensch und Umwelt. Dazu gehört die Zunahme multiresistenter Keime auf Hähnchenfleisch durch den hohen Einsatz von Antibiotika in den Ställen. Böden und Wasser werden durch Nitrat aus Mist und Gülle verschmutzt. Der Anbau gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen führt zudem zu einem hohen Einsatz von Agrarchemikalien. Die Folgeschäden der skrupellosen Billigfleischproduktion müssen wir alle tragen – auch Verbraucher, die McDonald’s meiden.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass Verbraucher kein billiges, mit Gentechnik und Antibiotika produziertes Hähnchenfleisch wollen. Forsa befragte vom 20. bis 24. März bundesweit 1002 Personen. Auf die Frage: „Wie wichtig ist es Ihnen, dass Fast-Food-Restaurants wie McDonald‘s auf der Verpackung kennzeichnen, wenn Gen-Futter und Antibiotika eingesetzt werden?“ antwortete eine Mehrheit von 88 Prozent „wichtig“ oder „sehr wichtig“. 86 Prozent ist es darüber hinaus sehr wichtig oder wichtig, dass gar keine Gentechnik in der Geflügelmast zum Einsatz kommt. Eine starke Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes fordern 90 Prozent der Befragten (Umfrage unter http://gpurl.de/kgX1T ).

McDonald‘s ignoriert die Wünsche der Verbraucher. Der Konzern muss erkennen, dass er nur verlieren kann, wenn er sich nicht ändert. Greenpeace fordert von McDonald‘s, den Einsatz von Gentechnik in der Produktion von Fleisch, Eiern und Milch aufzugeben. Das Unternehmen muss artgerechte Tierhaltung und sinkenden Einsatz von Antibiotika in die Unternehmensleitlinie aufnehmen.
 

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