Protest bei McDonalds Metzingen

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 Am Samstag, dem 15.11.2014, protestierten wir Tübinger und Münsinger Greenpeace-Aktivisten mit einer Plakat-Aktion gegen den Einsatz von Gentechnik bei McDonald’s Deutschland vor der Metzinger Filiale in der Ulmerstraße 15. Wir sprühten außerdem Hühner und Sprüche mit Sprühkreide auf den Gehweg vor der Filiale. Die Kunden und Passanten vor Ort hatten die Möglichkeit sich zu informieren, Protestpostkarten zu unterschreiben und diese direkt an das Fast-Food-Restaurant zu übergeben.

Industrielle Landwirtschaft belastet Umwelt und Natur

Im April kündigte McDonald‘s an, wieder Gen-Soja im Hähnchenfutter einzusetzen – nach 14 Jahren, in denen der Fast-Food-Konzern europaweit darauf verzichtet hatte. McDonald‘s nannte wirtschaftliche Gründe für den Rückschritt. Dabei würde ein gentechnikfrei produzierter Chickenburger nur einen Cent mehr kosten. Während McDonald’s in Österreich, Frankreich und der Schweiz weiterhin auf Gen-Futter bei ihren Hähnchenprodukten verzichtet, ignoriert das Unternehmen hierzulande die Verbraucherwünsche. 79 Prozent der Verbraucher ist es wichtig, dass Legehennen und Mastgeflügel nicht mit Futter gefüttert werden, das gentechnisch veränderte Pflanzen enthält. Dies zeigte im April 2014 eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage: http://gpurl.de/Umfrage-Gentechnik.

Wir wollten den Verbrauchern deutlich machen, dass die Nutzung von Gen-Soja in der Produktion von billigem Fleisch Folgen hat: Der mit dem Anbau verbundene hohe Einsatz von Pestiziden führt zu resistenten Unkräutern und bedroht die Artenvielfalt. Anwohner in den Anbaugebieten sind den ausgebrachten Giften häufig schutzlos ausgesetzt. Wir forderten mit der Aktion, von McDonald´s neben einer gentechnikfreien Fütterung auch ganz klar ein Umdenken und Handeln, weg von den miserablen Bedingen in der Massentierhaltung, die eine solche Billig-Fleisch-Produktion mit sich bringt, in Richtung einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft sowie artgerechten Tierhaltung.

Die Resonanz bei den Passanten war sehr gut, obwohl sie vorwiegend zum Einkaufen hierher gekommen waren. Auf unsere teilweise sehr provozierenden Plakate, die aus einem Mitmach-Online-Designer-Wettbewerb entstanden sind, bekamen wir vor allem von den Autofahrern viele „Daumen hoch“. Es gab spannende Gespräche; viele Menschen, die die Postkarten unterschrieben haben und auch einige, welche die Karten direkt in der Filiale abgegeben haben. Meistens wussten die Kunden und Passanten gar nicht, dass bei McDonald´s seit April 2014 in der Produktion der Chicken-Burgern und Mc Nuggets wieder Gentechnik zum Einsatz kommt. Dabei wirbt McDonald’s aktuell sogar mit Transparenz. Gentechnikeinsatz muss nur auf direkt damit hergestellten Produkten gekennzeichnet werden, nicht aber auf den Produkten wie Fleisch, Milch, Käse, Eier, usw. aus Tieren die mit gentechnisch manipuliertem Futter gemästet wurden.

Die gesammelten unterschriebenen Postkarten werden wir in den nächsten Tagen an den Präsidenten von McDonald´s Deutschland Herr Holger Beeck nach München schicken. Sehr freundlich war das Zusammentreffen mit Franchise-Nehmer Michael Sapper, der neben der McDonald´s Filiale in Metzingen auch die beiden Restaurants in Reutlingen und Pfullingen führt. Er suchte gleich zu Beginn unserer Aktion das Gespräch mit uns, in welchem wir unsere Argumente und unser Anliegen ausführlich darlegen konnten.
 

 

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