Greenpeace Protest bei Shell

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Am Samstag, 26.09.15 protestierten wir Tübinger gemeinsam mit den Aktivisten von Greenpeace Münsingen an insgesamt sechs Shell-Tankstellen zwischen Rottenburg und Bad Urach (Rottenburg, Kirchentellinsfurt, Reutlingen, Metzingen und Bad Urach) gegen Shell´s Ölbohrungen in der Arktis und für den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die Aktion war Teil eines deutschlandweiten Aktionstages, an dem in 45 Städten an ungefähr 100 Tankstellen die Zapfsäulen und Werbetafeln mit ablösbaren Protest-Labeln beklebt und die Kunden vor Ort über Shells verhängnisvolle Pläne in der Arktis aufklärt wurden.

Aktuell wirbt Shell mit dem Werbeslogan „Das Leben ist zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen“. Mit unseren Aufklebern wie „Die Arktis ist zu kostbar, um den Klimawandel weiter anzuheizen!“ und „Die Arktis ist zu kostbar, um einen Ölunfall zu riskieren“ wollten wir diese Aussage wieder in das rechte Licht rücken.

Die Reaktionen der Tankstellen-Mitarbeiter waren sehr unterschiedlich, sie waren teilweise sehr aufgebracht. Doch richtete sich der Protest nicht gegen die einzelnen Tankstellenbetreiber, sondern gegen die Aktivitäten von Shell in der Arktis. Dies machten wir deutlich durch die Übergabe eines Briefes und einer Infomappe, mit der Bitte dieses an die Konzernzentrale weiterzuleiten. Ein wichtiges Ziel war ebenfalls die Kunden darüber zu informieren, was in der Arktis vor sich geht.

Es ist bittere Ironie, dass Shell mit seinem Slogan auf der einen Seite auf die Kostbarkeit des Lebens hinweist und gleichzeitig in Begriff ist durch die riskanten Erschließung neuer Ölvorkommen in der Arktis genau dieses in einem so wunderschönen wie sensiblen Gebiet unwiederbringlich zu zerstören.

Die Ölbohrungen in der Arktis bergen ein unkalkulierbares ökologisches Risiko. Die US-Regierung schätzt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen größeren Ölunfall auf 75 Prozent, wenn Shell vor der Küste Alaskas Öl findet und diese Quelle innerhalb der kommenden Jahrzehnte ausschöpft. (Link: http://1.usa.gov/1FgAjPM) Ein Ölunfall aber hätte in der sensiblen Region, in der ausgelaufenes Öl kaum geborgen werden kann und sich extrem langsam abbauen würde, katastrophale Umweltfolgen. Greenpeace kämpft seit Jahren dafür, dass Ölbohrungen in arktischen Gewässern verboten werden.

Besonders rücksichtslos und eine klimapolitische Amokfahrt ist, das Öl-Konzerne wie Shell vom Schmelzen des arktischen Meereises durch den Klimawandel profitieren wollen um weiteres Öl zu fördern. Wissenschaftler sagen deutlich, dass die Ölreserven aus dem Arktischen Ozean im Boden bleiben müssen, wenn wir unter einem globalen Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius bleiben wollen. (Link: http://bit.ly/1xSAdNZ)

Shells Zeitpunkt für den Beginn der Ölsuche könnten zudem nicht unpassender sein: Die Bohrungen haben nur wenige Wochen vor der UN-Klimakonferenz begonnen. In Paris wollen die Regierungschefs der Welt gemeinsame Lösungen beschließen, wie der Klimawandel aufgehalten werden kann. Shells Arktispläne sind damit in keiner Weise vereinbar. Durch den Ausbau sauberer Energie ist der Bedarf an Öl mit den bestehenden Ressourcen gedeckt; wird zusätzlich Öl aus der Arktis gefördert und verbraucht, rücken die Klimaziele in weite Ferne.

Vor allem auch für kommende Generationen müssen schnellstens die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden – ansonsten ist das Ziel, die Erderwärmung unter den kritischen zwei Grad zu belassen, kaum zu erreichen.

Es gibt aber Wege in die richtige Richtung: Vor wenigen Tagen veröffentlichte Greenpeace zudem die aufsehenerregende Studie „Energy [R]evolution“, nach der die Welt ab 2050 ihre gesamte Energieerzeugung auf Erneuerbare umgestellt haben kann. Die dazu nötigen Investitionen würden mehr als kompensiert durch eingesparte Brennstoffkosten. Zudem würden bis 2030 weltweit 20 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.

Gründe genug, Shell einen Denkzettel zu verpassen. Oder mehrere selbstklebende!

Protestieren auch Sie gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis! Fordern Sie den Deutschland-Chef von Shell auf, die Bohrungen des Konzerns in der Arktis sofort einzustellen.
 

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