Einen Super-Gau aufräumen?

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Einen Tag vor dem fünften Jahrestag des Atomunfalls im japanischen Fukushima, erinnerten wir Tübinger Greenpeace-Aktivisten mit einem Kerzenzeichen aus 300 Windlichtern und einem 4 m hohen leuchtenden X an die Folgen des Atomunfalls. Diese Katastrophe wurde von den Verantwortlichen für undenkbar gehalten, aber noch viele Generationen werden davon betroffen sein.

Die Aktion auf dem Tübinger Holzmarkt, war auch ein Appell an die japanische Regierung, die Bevölkerung nicht weiter dem atomaren Risiko auszusetzen und alle Reaktoren endgültig abzuschalten. Die Folgen von Fukushima werden noch Jahrhunderte andauern. Weite Regionen an der Ostküste Japans bleiben radioaktiv belastet, hunderttausende Menschen sind betroffen. Aber die Abe-Regierung täuscht vor, alles unter Kontrolle zu haben. Doch das ist eine Farce und eine Missachtung der Opfer!

In einem aktuellen Report informiert Greenpeace über die gravierenden Umweltfolgen der Atomkatastrophe. Danach setzte der Super-GAU weiträumig langlebige radioaktive Elemente frei - wie Cäsium 137 und geringe Mengen Strontium 90 - die von Pflanzen und Tieren aufgenommen wurden. Durch Schneeschmelzen, Wind und Regen breitet sich die Kontamination aus der Vegetation in den Wäldern, im Süßwasser und in den Küstenökosystemen aus. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar: Viele Bäume weisen Cäsium-Kontaminationen auf. Wissenschaftler fanden Mutationen sowohl in japanischen Tannen und Zedern, im Gras und in Schmetterlingspopulationen, DNA-geschädigte Würmer, Cäsium-Belastung in Süßwasserfischen, verminderte Fruchtbarkeit von Schwalben und radioaktive Kontamination eines der wichtigsten Ökosysteme – den Flussmündungen.

Während nur 20 Prozent des radioaktiven Fallouts aus den explodierten Reaktoren auf die Landmasse niederging, ist die Verschmutzung enorm und weit verbreitet. Mehr als neun Millionen Kubikmeter Atommüll lagert derzeit an einigen Tausend Standorten in der Region Fukushima. Gereinigt wurden bewohnte Gebiete und schmale Streifen entlang der Straßen und der Waldränder. Von den Bergen wird die Radioaktivität aber zurückkehren.

Fukushima: In Japan ging der 11. März 2011 als einer der schlimmsten Schicksalstage in die Geschichte ein. Eine Dreifach-Katastrophe suchte das hochtechnisierte Industrieland heim: Ein Erdbeben in bisher nie dagewesener Stärke 9,0, ein gewaltiger Tsunami und ein atomarer Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit fatalen Folgen legte das Land lahm. Die Wucht der Tsunami-Welle führte in den Blöcken 1,2 und 3 des AKW Fukushima Daiichi zur Kernschmelze. Die drei Reaktorgebäude explodierten und große Mengen radioaktiver Strahlung traten aus. 18 000 Menschen verloren durch Erdbeben und Tsunami ihr Leben, 160 000 mussten aufgrund der radioaktiven Verseuchung evakuiert werden. Bis heute sind weite Landesteile hoch verstrahlt.

Report: http://www.greenpeace.de/fukushima_RR
Zusammenfassung: http://gpurl.de/s7qGS
Film Fukushima: www.greenpeace.de
 

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