Beachparty im November

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Am 6. November feierten Tübinger und Münsinger Greenpeace-Aktivsten eine Beachparty mit Eisbär auf dem Tübinger Holzmarkt. Mit Sonnenschirmen und Liegestühlen....Haaaaaalt! Stooop! Was war das???? Beachparty im November???? Mit einem Eisbär???? Irgendetwas stimmt hier doch nicht!
Doch! Es stimmt alles. Nur dass die Wirklichkeit nicht so witzig ist, wie unsere Aktion auf viele Passanten im ersten Moment gewirkt haben mag.

Mit der Aktion wollten wir auf drastische Weise auf die drohenden und bereits heute spürbaren Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen. Beachparty mit Liegestühlen und Cocktails, mitten im Winter bei sommerlichen Temperaturen, könnten in naher Zukunft gar nicht mehr so ungewöhnlich sein. Und dass den Eisbären in der Arktis, das Eis unter den Tatzen wegschmilzt, ist heute schon bittere Realität.
Aber nicht nur für den Eisbären geht es beim Thema Klimawandel schlichtweg um die nackte Existenz. Auch gibt es schon Menschen, die keine Zukunft mehr haben, weil der Klimawandel ihre Lebensgrundlagen zerstört hat oder sehr bald zerstören wird. Die Ironie der Geschichte ist, dass diese Menschen, wie beispielsweise indigene Jäger auf Grönland oder Inselbewohner im Pazifik, überhaupt nicht zu den Entwicklungen beigetragen haben, unter denen sie nun am Allermeisten zu leiden haben.

Wir informierten an drei Stationen darüber, was den Klimawandel verursacht, was die Folgen sind und was getan werden muss um unter dem Zwei-Grad-Ziel zu bleiben, mit dem die Auswirkungen des Klimawandels voraussichtlich gerade noch im erträglichen Bereich bleiben würden.

Während der Veranstaltung wurden wir tatkräftig von Rien Achterberg, welcher seit über vierzig Jahren als Greenpeace Aktivist tätig ist und bereits Besatzungsmitglied auf der Rainbow Warrior I war, unterstützt.
Anlass für die Aktion war, die Anfang Dezember in Paris stattfindende UN-Klimakonferenz. Dort werden von den verantwortlichen Politikern hoffentlich entscheidende und vor allem verbindliche Beschlüsse gefasst um den Klimaschutz weltweit endlich voran zu bringen.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Dem im Jahr 2014 veröffentlichten IPCC Bericht (http://www.de-ipcc.de/de/200.php) zufolge kann das Zwei-Grad Ziel nur eingehalten werden, wenn wir von nun an den CO2 Ausstoß auf weniger als 1000 Gigatonnen CO2 Äquivalente begrenzen. Bei den derzeitigen Emissionen wird die Menschheit ab dem Jahr 2040 ihr gesamtes Budget aufgebraucht haben. Damit Deutschland auf nationaler Ebene seinen Treibhausgas Ausstoß reduzieren kann, muss der Energiesektor weiter revolutioniert und die Energiewende vorangetrieben werden. Zudem muss ein Großteil der extrem klimaschädlichen Kohlekraftwerke so schnell wie möglich abgeschaltet werden.

Doch globaler Klimaschutz fängt auch im Kleinen an. Jeder Einzelne kann etwas dafür tun. Dafür verteilten die Aktivisten an die Passanten einen persönlichen Klimaschutzplan. Von „Weniger Fleisch essen“ über „Nicht benutzte elektrischen Geräte ganz abschalten“ zu „Heizung runter drehen“ gibt es darin viele Tipps zu finden, was man selbst tun kann seinen Beitrag für ein gutes Klima zu leisten.

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