Energiewende

Deutschland ist erneuerbar. Deutschland kann sich bis 2050 fast komplett aus Erneuerbaren Energien versorgen. Doch die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn die Politik sie auch durchsetzt.

Zahlreiche Baustellen
Unser Engagement für die Energiewende ist vielschichtig. Zum einen machen wir uns dafür stark, dass die erneuerbaren Energien rasch ausgebaut werden. Nur so kann Deutschland auch seiner internationalen Verantwortung beim Klimaschutz nachkommen. Zum anderen wenden wir uns seit jeher gegen Ausbau, Weiterbetrieb, Subventionierung und Verharmlosung der Atomkraft. Dazu gehört auch, dass wir in der „Endlagerfrage“ nicht locker lassen.

Für Transparenz in der Endlagerdiskussion
In die Diskussionen um den Umgang mit dem Atommülllager Asse und um Gorleben als Endlagerstandort bringt Greenpeace unermüdlich wissenschaftlich untermauerte Beiträge ein – und skandalöse Hintergründe ans Licht. So wurde am Standort Asse in der Vergangenheit festgehalten, obwohl bereits in den 1960er Jahren bekannt war, dass Wasser in die Salz-Schachtanlage eindringt. Ähnliches geschah und geschieht weiterhin im Fall Gorleben. Seit den 1970er Jahren waren die Beteiligten bemüht, den politischen Entscheidungsfindungsprozess vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten. Nicht nur sprechen handfeste wissenschaftliche Argumente gegen Gorleben als Atommülllager. Es ist auch höchst fragwürdig, nach welchen Kriterien der Ort überhaupt ausgewählt wurde. Acht mögliche Standorte standen nach einem Suchverfahren der Bundesregierung im Jahr 1974 zur Wahl. Gorleben war nicht darunter. Erst 1976, wenige Monate vor der Festlegung des Standorts, tauchte Gorleben plötzlich in der behördlichen und politischen Diskussion auf.

Nach dem Ausstiegsbeschluss bleibt viel zu tun
Greenpeace hat zahlreiche amtliche Dokumente öffentlich verfügbar gemacht, die einen Einblick in den kaum nachvollziehbaren Entscheidungsprozess um Gorleben geben. Die Suche nach einem möglichen Atommüll-Lagerort begleitet Greenpeace weiterhin kritisch. Denn sie bleibt auch nach dem beschlossenen Atomausstieg eine zentrale Aufgabe der Politik – neben der Verwirklichung einer wirklich nachhaltigen Energieversorgung.

Was wir vor Ort tun
Wir wollen die Energiewende. Dafür setzen wir uns in Tübingen und Umgebung ein: Wir informieren die Menschen vor Ort – denn das ist die Grundlage jedes effektiven politischen Handelns. Gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit wirken wir daran mit, politischen Druck aufzubauen, zum Beispiel mit der Teilnahme an Briefkampagnen oder Unterschriftensammlungen. Indem wir Menschen informieren, zum Handeln anregen und mobilisieren, unterstützen wir die politische Arbeit von Greenpeace Deutschland.

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Auf http://www.greenpeace.de finden Sie zahlreiche Hintergrundinformationen und aktuelle Nachrichten zu Energiewende, Endlagerdiskussion und Klimaschutz. Die Studie „Der Plan“ zur Energiewende bis 2050 gibt es auf http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20110501-Der-Plan....

 

Atomkraft und Atomkraftwerke

Tschernobyl beschäftigt uns bis heute. Die Folgen des GAU im Jahr 1986 sind immer noch gravierend. Deshalb ist der Jahrestag der Reaktorkatastrophe für uns regelmäßig Anlass, auf die tödlichen Gefahren hinzuweisen, die von der Atomenergie ausgehen. Traurige Aktualität erlangte der Tschernobyltag im Jahr 2011 mit der Katastrophe von Fukushima.

Wider das Vergessen
Anders als Fukushima sind der GAU von Tschernobyl und seine Folgen vielen nicht mehr so präsent, oder sie haben die Katastrophe selbst gar nicht erlebt. Doch was am 26. April 1986 geschah, kann und darf nicht vergessen werden: Zigtausende Menschen wurden nach der Explosion von Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl radioaktiv verstrahlt. Viele von ihnen erkrankten später an Schilddrüsenkrebs, Lungenkrebs und Immunschwächekrankheiten. 8.000 Quadratkilometer in Weißrussland und in der Ukraine wurden zur Sperrzone erklärt, Tausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Bis heute ist ein Gebiet im Umkreis von 30 Kilometern um den Reaktor gesperrt. Dennoch sind mittlerweile frühere Bewohner in das stark verseuchte Gebiet zurückgekehrt.

Der Reaktor strahlt weiter
Der explodierte Atomreaktor von Tschernobyl bedroht seine Umgebung auch heute noch. Zwar wurde er nach dem GAU mit einem Mantel aus Beton und Stahl (Sarkophag) umhüllt. Dieser erwies sich jedoch als instabil. Zwanzig Jahre später, zwischen 2004 bis 2006, wurde der Sarkophag aufwändig stabilisiert. 50 Millionen US-Dollar hat die schwierige und risikoreiche Sanierung gekostet, 2.500 Arbeiter waren daran beteiligt. Organisatoren und Geldgeber hoffen, damit etwa 15 Jahre Zeit gewonnen zu haben. Bis 2021 soll der Sarkophag stabil bleiben. Eine neue Schutzhülle soll bis dahin fertig sein und die Reaktorruine für die nächsten 100 Jahre abschirmen. Die geplante Hülle wäre mit 150 x 250 Metern die größte technisch bewegbare Struktur, die jemals gebaut worden ist. Die Kosten werden auf 1,6 Milliarden US-Dollar geschätzt.  

Ungelöste Probleme trotz teurer Schutzhülle
Doch selbst wenn die Abschirmung gelingen sollte, bleibt eine Sorge: dass sich radioaktive Teilchen aus dem Reaktor über das Grundwasser ausbreiten. Und was mit der Ruine langfristig geschehen soll, ist weiterhin unklar. Die ukrainische Regierung und die internationalen Geldgeber – darunter die deutsche Bundesregierung – hoffen, dass der Sarkophag unter der geplanten Hülle abgebaut und der komplette Reaktor samt geschmolzenem Kernbrennstoff entsorgt werden kann. Ob das möglich sein wird, weiß heute niemand. Und selbst wenn: Wo und wie diese riesige Menge hochradioaktiven Atommülls endgelagert werden soll, ist völlig offen.

Die vergessenen Opfer von Tschernobyl
Die Geschichte von Tschernobyl ist eine Geschichte von Vertuschung, Geheimhaltung und gezielter Fehlinformation. So behauptete etwa die Atomlobbyorganisation der Vereinten Nationen, die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO): Bis heute seien nur etwa 60 Menschen an den Folgen des GAUs gestorben, künftig sei mit höchstens 4.000 Krebstoten zu rechnen. Dagegen ist laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Sekundärstudie unabhängiger Wissenschaftler mit einer Anzahl an Todesfällen zu rechnen, die diese Zahl um ein Vielfaches übersteigt. Und eine Untersuchung der Russischen Akademie der Wissenschaften kommt zum Schluss, dass in Weißrussland, Russland und der Ukraine zwischen 1990 und 2004 200.000 Personen infolge des GAU sterben werden.

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Analysen, Berichte und Neuigkeiten zu Tschernobyl, Fukushima und Asse finden Sie auf http://www.greenpeace.de unter „Themen / Energiewende / Atomkraft / Atomkraftwerke“.  

 

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