Was für eine Schweinerei!

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Auch in den letzten beiden Wochen, jeweils am 27.04 und 5.05. haben wir vor der Lidl-Filiale in der Schweickhardtstraße 11 gegen die fehlende Transparenz in der Kennzeichnung und die Massentierhaltung bei Schweinen für die  Eigenmarke  Landjunker protestiert. Die Passanten kennen uns mittlerweile schon und es kommt immer häufiger vor,  dass wir direkt von ihnen angesprochen und gefragt werden was wir denn machen, da sie uns wöchentlich hier stehen sehen. Sie sagen uns, dass sie Schweinefleisch, dass auf diese Art erzeugt wurde nicht wollen und die Discounter aktiv werden müssen.

In einem aktuellen Rechtsgutachten zeigt Greenpeace, dass die gängige Schweinehaltung in Deutschland gegen das Tierschutzgesetz und die Verfassung verstößt. Greenpeace liegt auch aktuelles Film- und Fotomaterial aus einer Reihe von Ställen vor. Es zeigt Schweine, die auf engstem Raum zentimetertief im eigenen Kot stehen und ohne ausreichend Tageslicht und Beschäftigungsmöglichkeiten vor sich hin vegetieren. Sie hocken im Hundesitz – ein Ausdruck der Trauer; zum Teil haben sie blutige Verletzungen. Damit wurden Praktiken dokumentiert – die durch die Nutztierhaltungsverordnung legalisiert werden.
In dem Rechtsgutachten stellen die Juristen Dr. Davina Bruhn und Dr. Ulrich Wollenteit fest, dass die Haltungsbedingungen für Schweine gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Da der Tierschutz auch im Grundgesetz verankert ist, sehen sie sogar einen Bruch der Verfassung.

Die Rechtsanwälte haben sich in ihrem Gutachten alle Bereiche des Schweinelebens angeschaut. Egal ob Ernährung, Pflege, Unterbringung oder Bewegung: Die angeborenen Verhaltensweisen werden massiv eingeschränkt. Die Tiere werden der Haltung angepasst statt die Haltung den Bedürfnissen der Tiere anzupassen. So muss ein 110 Kilogramm schweres Mastschwein mit 0,75 Quadratmetern auskommen. Auch dringend benötigte Abkühlungsmöglichkeiten fehlen: Schweine schwitzen nicht, ab einer Temperatur von 20 Grad leiden die Tiere – sie brauchen Wasser oder Schlamm, um sich abzukühlen.
Diese Haltung führt zu schwerwiegenden Verhaltensstörungen: Die als intelligent geltenden Tiere sitzen apathisch herum oder werden aggressiv. Statt aber die Tiere besser zu halten, wird ihnen betäubungslos der Ringelschwanz gekürzt, der oft Ziel von Beißattacken ist.

Auf einer Pressekonferenz schildern die Anwältin Dr. Davina Bruhn, die Tierärztin Dr. Claudia Preuß-Ueberschär und Stephanie Töwe, Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace, eindrucksvoll, warum die Tiere leiden und die Haltungsvorschriften in der Schweinemast gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Schauen Sie sich den Mitschnitt der Pressekonferenz auf Facebook an https://www.facebook.com/greenpeace.de/videos/10155165696802488/

Derzeit können Verbraucher im Supermarkt kaum erkennen, aus welcher Stallhaltung Schweinefleisch kommt, wenn es nicht Bio- oder Neulandfleisch ist. Deshalb hat Greenpeace einen Einkaufsratgeber erstellt. Er verrät, was hinter welchem Label steckt. Am besten aber ist es, weniger Fleisch zu essen – nicht nur fürs eigene Wohlbefinden, sondern auch für Umwelt, Klima und Gesundheit.

 

Weiterführende Links

Rechtsgutachten zur Haltung von Mastschweinen
Rechtsgutachten zur konventionellen Schweinemast

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