Verstrahlte Gegenwart

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Am 11. März veranstalteten wir auf dem Holzmarkt von 18-22 Uhr eine Mahnwache änlässlich des 6. Jahrestages der Dreifach-Katastrophe in Fukushima.
Wir bauten aus ca. 350 Teelichtern in orangen Bechern den Schriftzug "Fukushima" auf der Stiftskirchentreppe auf und mahnen mit einem großen Banner "Atomkraft ist ein Irrweg".

Das Kerzenlicht stieß bei den Passanten auf großes Interesse und wir bekamen viel positive Rückmeldung dazu, dass wir an diesen Tag erinnern. Viele sagten überrascht: "Ach, das ist ja heute..." oder "Ist das schon 6 Jahre her...?" Insgesamt war es aber auch so - und das wurde uns von den Passanten selbst auch bestätigt - dass "Fukushima" längst nicht so tief in den Köpfen verankert ist wie "Tschernobyl".

Dabei geht das Leid der japanischen Bevölkerung rund um Fukushima auch heute noch weiter - Tag für Tag. Die Ruine und die Strahlung in den explodierten Reaktoren sind noch längst nicht im Griff, die Bevölkerung - vor allem die Kinder und Frauen aus den evakuierten Regionen, z.B. aus dem Dorf Itate, leiden unter erhöhten Krebsraten. Zudem werden ab 2018 die Schadensersatzzahlungen der Regierung eingestellt, so dass den meisten nichts anderes übrigbleibt als in ihre "dekontaminierten" und deshalb angeblich sicheren Dörfer zurückzukehren. In Wirklichkeit sind diese aber immer noch mit bis um das Zehnfache der Jahreshöchstdosis (10 Millisievert) belastet.

Für große Teile der deutschen Bevölkerung scheint mit dem beschlossenen Atomausstieg in den Hintergrund gerückt zu sein, dass hier immer noch 8 Atomkraftwerke in Betrieb sind in denen es jederzeit zu einem gravierenden Störfall kommen könnte und in ihnen tagtäglich hochradioaktiver Müll produziert wird. Und dass in den grenznahen AKW´s wie Fessenheim, Beznau oder Tihange gravierende Mängel herrschen, die immer wieder Anlass zur Sorge geben.

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  • PDF icon Ungleiche AuswirkungenPDF |284.07 KBDie Atomkatastrophe von Fukushima und die Verlet-zung von Menschenrechten von Frauen und Kindern

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