Erneut Protest bei Shell K-furt

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Am 16.09.15 waren ein weiteres Mal mit einem Banner vor der Shell-Tankstelle in Kirchentellinsfurt, um unseren Protest gegen die Probe-Bohrungen nach Öl in der Arktis zu zeigen.

Es ist schon sehr spannend zu sehen, wie sehr sich Menschen von unserer kleinen Aktion auf die eine oder andere Art angesprochen fühlen und dann in irgendeiner Form darauf reagieren. Viele zeigen uns durch spontanen „Daumen hoch“ oder einem zustimmendem Lächeln, dass sie unseren Protest unterstützen. Den meisten ist anzusehen, dass sie etwas erstaunt, aber doch sehr konzentriert den Banner-Text lesen und oft mit einem Fragezeichen im Gesicht darüber nachdenken. Denn es ist nicht unbedingt jedem bekannt, was Shell unter dem Deckmäntelchen „Wir haben alles im Griff“ in der hohen Arktis treibt.

Heute sind mehrere Autofahrer direkt zu uns gekommen und haben einfach nachgefragt, warum wir hier stehen. Sie erzählten uns, dass sie beim Vorbeifahren unser Banner gesehen haben und einfach wissen wollen warum wir das machen – und deshalb extra von der Straße herunter gefahren sind, um mit uns zu reden.

Das ist genau dass was wir erreichen wollen. Wir wollen mit diesen Aktionen nicht zum Boykott gegen Shell aufrufen. Wir wollen darauf aufmerksam machen, was gerade für ein Wahnsinn in der Arktis vorangetrieben wird. Wir wollen aufrütteln und informieren! Es ist völlig egal, ob es Shell, oder irgendeine andere Ölfirma ist, die in der Arktis nach Öl bohren will - und es gibt viele, die es wollen und versuchen.  Wir würden auch bei jedem anderen Konzern auf der Matte stehen. Warum? Weil es keine Ölbohrungen in diesem hochsensiblen Gebiet geben darf! Dafür gibt es sehr einfache Gründe:

  1. Die Gefahr eines unbeherrschbaren Ölunfalls ist viel zu hoch.
  2. Der Klimawandel wird mit jedem Barrel Öl, der nicht im Boden verbleibt, weiter angeheizt.
  3. Wir müssen aus der der Nutzung der fossilen Energien möglichst schnell aussteigen, sonst werden wir das 2 Grad-Ziel niemals erreichen.

Es macht einen wütend und traurig zugleich, mit welcher Gleichgültigkeit und Ignoranz solche Großkonzerne und auch die Politik solche Vorhaben - ohne mit der Wimper zu zucken - durchsetzen. Doch liegt es in unserer Hand, dies nicht einfach so zuzulassen.

Jede/r kann tausend Gründe dafür finden und aufzählen, die einen davon abhalten, selbst nicht aktiv zu werden und warum man selbst nichts tun kann.
Jede/r kann aber auch tausend Gründe dafür finden und aufzählen, warum man aktiv werden und etwas dagegen unternehmen kann!

Wir haben hier in Deutschland das Privileg, den Luxus eines Industrielandes zu genießen, trotz der weltweit schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. In Grönland verlieren aber schon heute die Menschen und Tiere durch die schmelzenden Gletscher ihre Lebensgrundlage und ihre Kultur. Auf Tuvalu (einer kleinen Inselgruppe im Pazifik) werden die Menschen mit dem steigenden Meeresspiegel in naher Zukunft ihre Heimat verlieren, weil sie im Meer versinken wird.

Wir müssen schleunigst umdenken und mit den Ressourcen der Erde so umgehen, als wären sie nicht unendlich und als ob es keinen zweiten Planeten gibt.
Für uns in den Industrieländern mag dies heißen, dass wir etwas von unserem Luxus und unserer Bequemlichkeit verlieren. Für andere Länder heißt es, dass sie überleben.
 

Publikationen

  • PDF icon SHELL: RAUS AUS DER ARKTIS!SHELL: RAUS AUS DER ARKTIS! |125.07 KBDie Erderwärmung lässt das ewige Eis schmelzen, die Permafrostböden tauen auf. Das macht es leichter, die Schätze der Arktis auszubeuten: Öl- und Gasvorkommen. Der internationale Ölkonzern Royal Dutch Shell will in einer der letzen unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren. Mit einem havarierten Bohrschiff und einer auf Grund gelaufenen Ölplattform hat Shell bereits im Jahr 2012 eindrucksvoll bewiesen, dass sie den Bedingungen in der Arktis nicht gewachsen sind. Trotz massiver Bedenken und internationaler Proteste will Shell im Sommer 2015 die Ölsuche vor der Küste Alaskas fortführen.

    PDF icon Shell in der Arktis: Wie der Öl-Konzern die Arktis bedrohtSHELL IN DER ARKTIS: WIE DER ÖL-KONZERN DIE ARKTIS BEDROHT |594.8 KBDer internationale Ölkonzern Royal Dutch Shell will in einer der letzten unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren. Nach einer beispiellosen Pannenserie im Jahr 2012 will Shell im Sommer 2015 trotz massiver Bedenken und internationaler Proteste in die Arktis zurückkehren.

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